Ende der Dokumentation

Alle zukünftigen für die Menschenrechtsarbeit von Amnesty International relevanten Entwicklungen des Darfurkonflikts finden Sie ab sofort ausschließlich unter Menschenrechte Darfur.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 05.07.2011

„Darfur – Ursachen, Hintergründe und Entwicklung des Konflikts“ – Eine Dokumentation der Sudan-Koordinationsgruppe

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Seit 2003 wütet in der westsudanesischen Provinz Darfur ein blutiger Bürgerkrieg.
Dörfer werden überfallen und zerbombt, Menschen ermordert und vetrieben und Frauen vergewaltigt.
Etwa 90 000 Menschen sollen getötet worden und rund 200 000 Menschen an den Folgen des Krieges gestorben sein.
Die Ursachen des Konflikts sind vielschichtig und kompliziert. Die Sudan-Koordinationsgruppe von Amnesty International hat eine Dokumentation erstellt, um einen Überblick über die Ereignisse und Hintergründe in Darfur zu geben.

Darfur – Ursachen, Hintergründe und Entwicklung des Konfliktes (Teil 1)

  1. Geografie
  2. Bevölkerung
  3. Geschichtliche Entwicklung der Region.
  4. Der Darfur-Konflikt eskaliert

Darfur – Entwicklung seit 2007 (Teil 2)

  1. Konfliktparteien und Konfliktintensität – Darfur ein low intensitiy conflict?
  2. Humanitäre Situation
  3. Spill-Over Problem an der Grenze zum Tschad
  4. UNAMID
  5. Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes gegen Bashir
  6. Ausblick

Darfur – Ungewisse Zukunft (Teil 3)

  1. Aktuelle Lage und Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft
  2. Ein Afrikanischer Friedensplan für Darfur
  3. Viele reden über Darfur, aber nur Wenige handeln

Konferenz aller am Doha Friedensprozess beteiligten Akteure

Auf einer Konferenz aller Akteure des Doha Friedensprozesses Ende Mai wurde beschlossen, einen darfurischen Vizepräsidenten für Nordsudan einzusetzen. Zwar wird befürchtet, dass sich andere nordsudanesische Regionen benachteiligt fühlen könnten. Doch es wird erhofft, den Friedensprozess in Darfur damit voranzutreiben. Die mehr als 500 Delegierten befürworteten auf der fünftägigen Konferenz auch den Entwurf eines Friedensabkommens, der während der letzten zwei Jahre vorbereitet worden war. Man war sich einig, das er als Basis für die Errichtung von Frieden und Stabilität in Darfur dienen soll. Bereits einen Tag später gaben die sudanesische Regierung und die Rebellengruppe LJM bekannt, innerhalb der nächsten drei Wochen einen gemeinsamen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Der Hauptmediator der sudanesischen Regierung Amin Hassan Omer sprach sich jedoch gegen eine Beteiligung Minni Minnawis SLM im Doha Friedensprozess aus. Die Rebellengruppe JEM hingegen begrüßte die Ergebnisse der Konferenz und sieht darin eine gute Basis für die weitere Entwicklung des Friedensprozesses. Jedoch blieben die ausstehenden Verhandlungen bislang ergebnislos und JEM verübte Anfang Juni einen Anschlag auf einen Flughafen in South Kordofan, um so Ölunternehmen aufzufordern, ihre Handelsbeziehungen mit der sudanesischen Regierung einzustellen. JEM wirft der sudanesischen Regierung vor allem vor, regionalen sowie internationalen Partnern nicht die Ergebnisse der Konferenz, sondern lediglich einen Vertrag zwischen Nordsudan und LJM vorgelegt zu haben, in dem alle anderen am Konflikt beteiligten Parteien nicht berücksichtigt sind.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 24.06.2011

Anhaltende Konflikte

Regierungsnahe Milizen töteten Anfang Juni 16 Angehörige der ethnischen Gruppe der Zaghawa, nachdem diese Vieh gestohlen hatten. Drei weitere wurden gefangengenommen. Seit Dezember sind weitere 70.000 Menschen aus Darfur geflohen, da die Gewalt im Schatten des südsudanesischen Referendums wieder zunahm.

Zwischen 15. und 18. Juni versuchte die sudanesische Regierung die Kontrolle über Western Jebel Marra in Nord-Darfur zu gewinnen. Die SLM-Gruppen um Abdel Wahid Al-Nur und Minni Minnawi wehrten jedoch die Angriffe der sudanesischen Armee erfolgreich ab. LJM spricht sich dennoch für eine Flugverbotszone über Darfur aus, um so weitere Luftangriffe der sudanesischen Regierung auf die Region zu verhindern.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 24.06.2011

Zusammenschluss von Rebellengruppen

Die Rebellenfraktion SLM-Juba Unity, die sich 2007 selbstständig gemacht hatte, reintegrierte sich diesen Monat in die Rebellengruppe SLM unter Abdel Wahid Al-Nur. Sie riefen im Zuge dieses Schrittes auch andere abtrünnige Gruppen dazu auf, sich unter einer gemeinsamen Flagge wieder zu vereinen. Kurz danach folgten Revolutionary Democratic Forces Front (RDFF) und SLM – The Mother ebenfalls mit Reintegration in SLM. Wenige Tage später unterzeichnen die Leiter der beiden größten SLM-Gruppierungen, Abdel Wahid Al-Nur und Minni Minnawi, einen Pakt, indem sie vereinbarten gemeinsam die sudanesische Regierung zu stürzen und ein demokratisches Regime in Sudan zu gründen.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 29.05.2011

Luftangriffe auf Zivilbevölkerung

Seit Mitte Mai führte die sudanesische Regierung vermehrt Luftangriffe auf die darfurische Bevölkerung durch. Dabei kamen unter anderem am 15. Mai mindestens 13 Zivilisten in süd-darfurischen Dörfern ums Leben und drei Tage später wurden zehn Menschen in Nord Darfur getötet.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 29.05.2011

Vorbereitungen auf Friedensverhandlungen

Ein Berater Al-Bashirs traf sich mit dem Hauptmediatoren des Doha-Friedensprozesses, um über einen Friedensvertrag mit der Rebellengruppe LJM zu sprechen. Die sudanesische Regierung zeigt sich LJM gegenüber positiv gestimmt, da sie in 95% der verhandelten Themen gleicher Meinung sind. Die beiden hauptbeteiligten Rebellengruppen an den Doha Friedensgesprächen JEM und LJM konnten sich jedoch auf keine gemeinsame Position in Vorbereitung auf die für Ende Mai angesetzte Konferenz aller beteiligter Parteien einigen.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 29.05.2011

Uneinigkeit im Doha-Friedensprozess

Am 27. April überreichte der Hauptmediator den drei beteiligten Parteien im Doha-Friedensprozess den Entwurf eines Friedensvertrags, über den sie Mitte Mai diskutieren werden. LJM begrüßte diesen Schritt als im Einklang mit dem bisherigen Stand der Friedensverhandlungen, wohingegen der Entwurf seitens JEM abgelehnt wurde. Dijibril Bassole wird von seinem Posten als Hauptmediator der geteilten Friedensmission der UN und der Afrikanischen Union zurücktreten, da er Burkina Fasos Außenminister werden wird. Die sudanesische Regierung gab daraufhin bekannt, dass es keines neuen Mediators, dafür aber mehr Drucks auf die Rebellen bedürfe. Zudem trennten sich 45 Rebellen von der LJM, da sie deren Leiter El-Tijani El-Sissi als korrupt und diktatorisch bezeichnen. Sie wollen nun als unabhängige Gruppe an den Friedensverhandlungen in Doha teilnehmen.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 07.05.2011

Probleme bei der Verteilung von Hilfsgütern

Ende April bombardierten sudanesische Militärflugzeuge zwei Dörfer in Jebel Marra in Süd-Darfur. Die Angriffe erfolgten gerade bevor humanitäre Hilfsgüter der UNAMID in den Dörfern eintreffen sollten und es wurden dabei die dortigen Wasserbrunnen zerstört. Während der ersten drei Maiwochen wird UNAMID jedoch ein neues Projekt starten, das darauf zielt, humanitäre Hilfsgüter in abgelegene Gegenden Darfurs zu bringen.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 07.05.2011

Proteste gegen die sudanesische Regierung

Die Rebellengruppe SLM unter der Leitung Abdel Wahid Al-Nurs organisierte im April mehrere Proteste, in denen auf die Kriegsverbrechen der sudanesischen Regierung in Darfur aufmerksam gemacht wurde. In Zusammenhang damit wurden mehrere Studenten darfurischer Herkunft in Nord-Sudan von Sicherheitskräften festgenommen, da sie unter Verdacht stehen, weitere Proteste geplant zu haben. Mehr als 83 Protestierende, die in Süd-Darfur festgenommen wurden, sind Anfang Mai immer noch in Haft.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 07.05.2011