STOPPING THE VIOLENCE AND ENDING IMPUNITY IN SOUTH SUDAN

Seit fast fünf Jahren herrscht im Südsudan ein blutiger Bürgerkrieg. Obwohl es Ende August 2018 zu einer Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Präsident Salva Kiir und Rebellenchef Riek Machar kam, sind erneut Kämpfe ausgebrochen. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Equatoria, Unity State und Upper Nile.

In den letzten Jahren hatte Amnesty International (AI) mehrere Berichte veröffentlicht, in denen allen Konfliktparteien schwerste Menschenrechtsverletzungen wie Massentötungen, Zerstörungen von zivilen Einrichtungen, Vergewaltigungen und Verschleppungen vorgeworfen wurden. AI und die Afrikanische Union (AU) stufen die Vorgänge als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein. Als Folge des anhaltenden Konflikts sind circa 5 Mio. Menschen auf der Flucht. Allein nach Uganda sind bisher über 1,7 Mio. Menschen geflüchtet. Experten rechnen damit, dass 2018 eine noch größere Hungersnot droht als im Vorjahr. Besonders Kinder, Frauen und alte Menschen leiden darunter. Die humanitäre Versorgung ist nach wie vor mangelhaft. Nach UN-Informationen sind seit 2013 knapp 400.000 Menschen Opfer des Konfliktes geworden, davon wurden 190.000 gewaltsam getötet.

Als Folge des Konflikts sind extrem viele Menschen inhaftiert, entführt oder verschwunden. Die Haftbedingungen sind sehr schlecht, es kommt zu Folter und Tötungen in der Haft. Präsident Salva Kiir hatte im Zuge des Friedensabkommens
eine Amnestie für politische Gefangene ausgesprochen, die bisher aber nicht umgesetzt wurde. Vor kurzem kam es deshalb zu einer bewaffneten Gefängnisrevolte in Juba, um auf die schreckliche Situation der Inhaftierten aufmerksam zu machen.

Ende September veröffentlichte AI einen Bericht zu Kriegsverbrechen in Unity State, in dem über die bewaffnete Offensive von Regierungstruppen und alliierten Milizen in den letzten 6 Monaten berichtet wird. Nach UN-Schätzungen wurden dabei 232 Zivilisten getötet, mindestens 120 Frauen und Mädchen von einem oder mehreren Männern vergewaltigt, 21 Orte niedergebrannt und geplündert. Insgesamt wurden innerhalb weniger Wochen mehr als 31.000 Menschen vertrieben.

Das südsudanesische Militär (SPLA) griff während der Offensive zusammen mit jugendlichen Milizen zahlreiche Dörfer an. Dabei wurde mit einer ungeheuren Brutalität vorgegangen. Neben der gezielten und wahllosen Erschießung von Zivilisten verbrannte das Militär Menschen in ihren Häusern, hängte sie an Bäumen auf und ließ sie mit gepanzerten Fahrzeugen überfahren. Zehntausende Menschen flohen vor diesen Angriffen, viele versteckten sich auf kleinen Inseln im Sumpf. Sogar dort wurden sie vom Militär gejagt.

“Wir verbrachten den ganzen Mai und Juni im Sumpf….. Familien machten große schwimmende Plattformen aus Schilf, damit die Menschen weiterleben konnten…..Meine Plattform hatte 10 Leute…..Wir haben auf Seerosen überlebt.”

Die einzige Nahrungsquelle für viele Vertriebene waren die essbaren Teile von Seerosen, die zu einer Paste zermahlen und gekocht oder roh gegessen wurde.

Trotz dieser Gewaltverbrechen herrscht im Südsudan ein System der Straflosigkeit. Amnesty International besuchte Unity State Anfang 2016 und dokumentierte Verstöße während einer früheren Militäroffensive in südlichen Gebieten des Bundesstaates, darunter Leer County. Die Organisation konnte vier Personen identifizieren, die der Verantwortung für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verdächtigt werden, und forderte den südsudanesischen Militär-Stabschef auf, sie zu untersuchen. Bis jetzt gab es zu den Vorwürfen noch keine Stellungnahmen. UN-Berichten zufolge, besteht die Möglichkeit, dass diese Personen auch in die Verbrechen der Offensive 2018 involviert sind.

Es ist unmöglich, die grausame Realität zu ignorieren. Die Regierung muss sicherstellen, dass Zivilisten geschützt werden, dass diejenigen, die für solch abscheuliche Verbrechen verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden.

Amnesty International fordert die südsudanesische Regierung auf, jeglichen Missbrauch zu beenden und den Hybrid Court (HCSS) zu gründen, der seit 2015 in der Schwebe ist. Die Regierung muss unverzüglich die Absichtserklärung zum Hybriden Gerichtshof unterzeichnen, das Gesetz verabschieden und sicherstellen, dass das Gericht schnell einsatzfähig ist.

 


Nehmen Sie jetzt an unserer Aktion teil.  
Wir haben Musterbriefe formuliert 
und

Petitionslisten erstellt. 

Die Aktion läuft bis zum 31.03.2019!

 

 


 

Briefvorlage und Petitionsliste

 

 

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Amnesty International

Koordinationsgruppe Sudan/Südsudan

Aktion gegen Folter im Sudan

„Sie haben mich gefoltert und misshandelt“,

berichtete Abdala Abdel Algyoum Abddalias, 54 Jahre alter Vater von vier Kindern und Gründungsmitglied der El Gedaref Salvation Initiative, gegenüber Amnesty International.

“Ich wurde in einen Innenhof gebracht und musste bis zum Sonnenuntergang mit dem Gesicht zur Wand stehen. Dann begannen sieben Sicherheitsbeamte mich mit Stöcken und Peitschen zu schlagen.“

Amnesty International hat in den letzten Jahren durch Zeugenaussagen von Opfern und ihren Familien die systematische und weit verbreitete Anwendung von Folter im Sudan dokumentiert. Zur Anwendung in den Haftanstalten kamen Elektroschlagstöcke, Peitschen und Stromkabel. Es gibt Berichte, dass Gefangene, die während der Folter in Ohnmacht fielen, vergewaltigt wurden.

Menschen aus den Konfliktgebieten Darfur, Südkordofan und Blauer Nil leiden unter besonders schlechten Haftbedingungen, Zusätzlich sind sie rassistischen Beschimpfungen und Demütigungen ausgesetzt.

Der Journalist Mohammed Abdaharan berichtete Amnesty International:

„Sie haben uns aus den Redaktionsräumen geholt und in die Büros des Sicherheitsdienstes gebracht. Sie begannen uns zu schlagen und zu misshandeln. Sie haben versucht, uns das Gefühl zu geben, dass dies das Ende unseres Lebens sei.“  

Der Sudan hat  1986 das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung  unterzeichnet. Allerdings wurde das Abkommen bisher nicht ratifiziert.

Amnesty International fordert daher die Regierung der Republik Sudan auf, umgehend Schritte zu unternehmen, damit die Antifolter Konvention ratifiziert wird.

 


Nehmen Sie jetzt an unserer Aktion teil.  
Wir haben Musterbriefe formuliert 
und

Petitionslisten erstellt. 

Die Aktion läuft bis zum 31.03.2019!

 

 


Briefvorlage und Petitionslisten

Briefvorlage

Petitionsliste_Präsident

Petitionsliste_Justizministerium

Petitionsliste_Übersetzung

Zusatzmaterial

Der Fall Mohammed Awad

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Amnesty International

Koordinationsgruppe Sudan/Südsudan

Postkartenaktion: Südsudanesische Flüchtlinge in Uganda

Uganda hat inzwischen mehr als eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen. Ihnen fehlt es an Nahrung, Wasser und Unterkunft. Zeig den Flüchtlingen aus dem Südsudan in Uganda Deine Unterstützung und Solidarität!

Mehr als 1,2 Millionen Flüchtlinge sind bisher vor dem brutalen Konfilkt im Südsudan in das benachbarte Uganda geflohen, doch aufgrund unzureichender Finanzierung haben viele von ihnen noch nicht einmal ausreichenden Zugang zu einer Grundversorgung. Mindestens 86 Prozent der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder.

Mitarbeiter_innen von Amnesty International haben Flüchtlingslager in vier Distrikten im Norden Ugandas besucht – Adjumani, Moyo, Yumbe und Arua – und konnten sich vor Ort ein Bild davon machen, welche Folgen die Finanzierungsengpässe haben. Flüchtlinge und Hilfsorganisationen berichteten über einen akuten Mangel an Lebensmitteln, Wasser, Unterkünften und von einer insgesamt unzulänglichen Grundversorgung. Auch besonders schutzbedürftige Gruppen wie unbegleitete Minderjährige, Frauen, Menschen mit Behinderungen sowie ältere Menschen wurden völlig unzureichend unterstützt.

„Uganda nimmt weiterhin großzügig Menschen auf, während viele andere Länder die Grenzen für Flüchtlinge schließen. Doch das Land ist an der Belastungsgrenze, da die Mittel nicht ausreichen und weiterhin Tausende Menschen pro Tag aus dem Südsudan einreisen“, sagt Muthoni Wanyeki, Direktorin des Büros für die Region Ostafrika bei Amnesty International.

Fallbeispiele aus Uganda
Nunu, 24, Mutter eines Kindes, sprach mit Amnesty International im Flüchtlingslager Bidi Bidi im Distrikt Arua: „Es ist schwierig Wasser zu bekommen. Und dann die Essensfrage. Die letzte Essensration war vor zwei Tagen aufgebraucht.“

Amina, die mit ihrem Mann und ihren Kindern im Lager Pagyrina im Distrikt Adjumani lebt, sagt: „Am härtesten triff uns der Wasser- und Nahrungsmangel. Vorhin wurden Lebensmittel ausgegeben und jetzt ist nichts mehr übrig. Wasser ist ein großes Problem […] Hier leben viele Menschen, aber es gibt nur einmal am Tag Wasser.“

Hintergrund

Der Konflikt im Südsudan brach im Dezember 2013 aus, nachdem Präsident Salva Kiir den damaligen Vizepräsidenten Riek Machar beschuldigt hatte, einen Staatsstreich zu planen. Alle Bemühungen um eine diplomatische Lösung sind seither gescheitert, mehrere Waffnstillstandsabkommen wurden gebrochen und die Kampfhandlungen dauern weiter an. Dies hat für die Zivilbevölkerung verheerende Folgen, wie zum Beispiel Hungersnöte und Gewalt zwischen ethnischen Gruppen.

All dies resultierte nun in der größten Flüchtlingskrise auf dem afrikanischen Kontinent bei der beinahe 1,8 Millionen Menschen ins Exil gezwungen wurden. Weltweit wurden nur in Syrien und Afghanistan mehr Menschen zur Flucht gezwungen.

Bis heute wurden mehr als 1 Million Flüchtlinge in Ansiedlungsprogrammen im Norden von Uganda aufgenommen. Die Flüchtlingspolitik in Uganda ist eine der progressivsten der Welt: Flüchtlinge genießen dort relative Bewegungsfreiheit, haben Zugang zu Basisleistungen wie Bildung und Gesundheitsdiensten und dürfen arbeiten und ein Geschäft unterhalten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bei der Aktion unterstützen!
Sie finden die Postkarten zum selbst ausdrucken hier.

Postkartenaktion

Oder Sie bestellen die Postkarten bei uns. 
Schreiben Sie einfach eine Email an info@amnesty-uganda.de und geben Sie an wie viele Postkarten Sie bestellen möchten. Sie erhalten dann die Karten per Post.

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Amnesty International
Koordinationsgruppe Sudan/Südsudan