Die Situation der Todesstrafe in Südsudan

Das Land hat in diesem Jahr schon mehr Hinrichtungen durchgeführt als in jedem anderen Jahr seit seiner Unabhängigkeit im Juli 2011. Von sieben Personen ist bekannt, dass sie von Januar bis Ende Oktober 2018 am Galgen endeten, darunter auch ein Jugendlicher.

Amnesty international fürchtet um das Leben von weiteren 135 Gefangenen, die im Laufe dieses Jahres aus anderen Gefängnissen im ganzen Land zu zwei Hafteinrichtungen verbracht wurden, die für die Vollstreckung von Todesurteilen berüchtigt sind.

 

Hintergrund
Das Strafgesetzbuch Südsudans sieht die Anwendung der Todesstrafe für Mord vor. Führt eine bewusste Falschaussage zur Hinrichtung einer unschuldigen Person, kann derjenige, der dies verursacht hat, ebenfalls mit dem Tode bestraft werden. Unter Todesstrafe stehen ferner Terrorismus, Banditentum, Aufstand oder Sabotage, wenn dabei eine Person zu Tode kommt. Des Weiteren kann ein besonders schwerer Fall von Drogenhandel sowie Regierungsumsturz und Hochverrat mit dem Tode bestraft werden.

Die Strafprozessordnung sieht vor, dass Todesurteile durch den Strang vollstreckt werden. Bevor eine zum Tode verurteilte Person hingerichtet werden kann, müssen der Oberste Gerichtshof und der Präsident das Todesurteil bestätigen.

 

Mehr über die Anwendung der Todesstrafe in Südsudan können Sie auf der Seite der Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe lesen oder in diesem englischsprachigen Bericht.