Sudan: Lagebericht 1-2018

Der Regierung des Sudan ist eine Verbesserung der Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft in den letzten Jahren gelungen, ohne Konzessionen im Menschenrechtsbereich machen zu müssen. Sowohl die teilweise Aufhebung der US amerikanischen Wirtschaftssanktionen, als auch die Migrationskooperation der EU mit dem Sudan wurden ohne Forderungen an Waffenruhen und Verbesserung politischer und sozialer Rechte vereinbart.

Regional ist dem Sudan neues Gewicht zugewachsen. Zum einen erhielt das Land durch die Mitarbeit in der saudischen Allianz im Jemenkrieg finanzielle Zuwendungen, und durch seine Rolle in den Konflikten zwischen Ägypten und Äthiopien zur Nilfrage wird dem Sudan eine Mittlerrolle zugedacht.

In der politischen Aufstellung zeigt sich nach Abschluss des Nationalen Dialogs wenig Veränderung oder Öffnung. Weiterhin werden politische Oppositionelle festgenommen oder an der Ausreise gehindert, vor allem Student*innen aus Darfur stehen unter Generalverdacht, Demonstrationen wurden gewaltvoll aufgelöst, bei den ‚Brotunruhen‘ gab es einen Toten. Es kommt vermehrt zu Folter und Misshandlungen in der Haft.

 

Darfur

In Darfur haben sich die Kampfhandlungen weiter verlagert und finden nun zunehmend zwischen arabischen Gruppierungen statt, so ist ein Führungskampf in den Jenjaweed zwischen Musa Hilal (gegen den ein Haftbefehl des internationalen Strafgerichtshofs vorliegt) und Hamiti (der die Grenze zu Libyen gegen Flüchtlinge sichert) ausgebrochen. Von den ursprünglichen Darfur-Rebellengruppen sind SLM/A Minni Minawi und JEM zu größten Teilen nicht mehr in Darfur sondern verdingen sich in Libyen oder dem Südsudan als Söldner.

 

Two Areas/ Südkordofan und südlicher Blauer Nil

In den Nuba Bergen und der blauen Nilregion halten die Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und SPLM/Nord weiterhin an, die Leittragenden sind vorrangig die Zivilbevölkerung, die durch Regierungsbombardements und Angriffe auf zivile Ziele direkt bedroht ist. Durch die Spaltung in der SPLM/N zwischen Abdel Aziz al-Hilu und der Fraktion von Malik Agar und Yasir Arman ist die bewaffnete Opposition deutlich geschwächt.