Verlängerung der Aktion: Journalisten im Sudan

Sudan: massive Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit


Unsere Aktion „Journalisten im Sudan“ wird bis zum 31.10.2018 verlängert!
Unsere formulierten Musterbriefe und Petitionslisten finden Sie unten.



Hintergrundinformationen 

Der Sicherheitsdienst bedroht Journalisten und Redakteure, die über die schwere Wirtschaftskrise – Versorgungsengpass durch gravierender Treibstoffmangel und eine Inflationsrate von über 50% – berichten mit Repressionen. Journalisten, die darüber schreiben, werden eingeschüchtert und auch inhaftiert. Zeitungen werden beschlagnahmt und Redaktionsräume werden durchsucht und oft für Tage geschlossen.

Am 8. Mai  konfiszierte der sudanesische Sicherheitsapparat (NISS) alle 8.500 Exemplare der Zeitung El Jareeda von der Druckerpresse. Es ist die zweite Zeitung, die innerhalb von 24 Stunden konfisziert wurde.
Der Chefredakteur von El Jareeda, Ashraf Abdelaziz, sagte Radio Dabanga am 10. Mai, dass Mitglieder des Sicherheitsdienstes um 2 Uhr morgens eingetroffen seien und alle 8.500 gedruckte Exemplare der Zeitung beschlagnahmt hätten.

Abdelaziz: „Wir haben vom Sicherheitsapparat Anweisungen erhalten, uns nicht mit krisenbedingten Problemen zu befassen.“

Menschenrechtsorganisationen und das internationale Journalisten Netzwerk sind über die Repressionen gegenüber der Presse im Sudan besorgt.

In einer Stellungnahme vom 28. Mai berichtete das sudanesische Netzwerk über die Festnahme von vier Journalisten, die auf Grund einer Einladung nach Saudi-Arabien reisen wollten. Im Laufe des Jahres 2018 wurden bereits mehrere Journalisten inhaftiert, unter ihnen auch  Amel Habani (Empfängerin des Amnesty International „The Ginetta Sagan Award“) sowie der Journalist und Rechtsanwalt Omer Ushari.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass Inhaftierte oft unter „unmenschlichen Bedingungen“ festgehalten würden.

Anthony Bellanger Generalsekretär des sudanesischen Journalistenverbandes sagte dazu: „Die sudanesische Regierung muss die grundlegenden Menschenrechte respektieren, insbesondere die Meinungsfreiheit. Sudanesische Bürger, einschließlich Journalisten und Medienarbeiter haben das Recht Informationen zu suchen, zu empfangen und weiterzugeben.  Hindernisse, die sich auf die Ausübung dieser höchsten Rechte beziehen, stellen eine unentschuldbare Verletzung dar. „

Weitere Informationen finden Sie untern.


– Sie werden behindert, verfolgt und auch inhaftiert –

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International sind besorgt über die massive Einschränkung der Pressefreiheit im Sudan.

Die jüngste Welle von Repressionen, die sich im Januar und Februar 2018 gegen Journalisten und Reporter ereignete, fand bei friedlichen Protesten der Zivilbevölkerung gegen die beschlossenen Preiserhöhungen von Nahrungsmitteln und Medikamenten statt.

Mindestens sechs Journalisten wurden Ende Januar festgenommen. In der Nacht vom 30. auf den 31. Januar wurden zudem die Ausgaben der Tageszeitungen Al Sahafa und Ajras al-Hurriya beschlagnahmt, weil sie über die Demonstrationen berichtet hatten.

Bereits eine Woche vor diesen Ereignissen, wurden Reporter von AFP und Reuters vom sudanesischen Geheimdienst festgenommen. Am 19.01.2018 meldete die Deutsche Welle, dass drei Journalisten im Sudan inhaftiert seien. Mitte Februar berichtete Amnesty International von weiteren Festnahmen.

Unter den Verhafteten waren auch die Frauenrechtlerin und Journalistin Amel Habani (Empfängerin des Amnesty International „The Ginetta Sagan Award“), sowie der Journalist und Rechtsanwalt Omer Ushari.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass Inhaftierte oft unter „unmenschlichen Bedingungen“ festgehalten werden.

Die Zensur der Presse ist im Sudan tägliche Realität. Der Geheimdienst verbietet willkürlich Zeitungen und konfisziert die gedruckten Ausgaben. In Zeiten politischer Spannungen werden kurzerhand unliebsame Medien geschlossen. Zudem wird das Internet umfassend überwacht, zensiert oder sogar abgeschaltet. 

Zu den zahlreichen Tabuthemen gehören etwa:

  • die Militäraktionen in den Regionen Darfur und Süd-Kordofan,
  • sowie die Berichterstattung über Versorgungsengpässe
  • und Korruptionsvorwürfe gegen Regierungspolitiker. 

Aus der Rangliste der Pressefreiheit, die von Reporter ohne Grenzen veröffentlicht wurde, geht hervor, dass sich der Sudan auf  Platz 174 befindet.

 


Nehmen Sie jetzt an unserer Aktion teil.  
Wir haben Musterbriefe formuliert 
und Petitionslisten erstellt. 

Die Aktion läuft bis zum 31.10.2018!

 

 

 


Briefvorlage und Petitionsliste an den Präsidenten

Briefvorlagen Präsident
Petitionsliste-Präsident

Briefvorlage und Petitionsliste an den Justizminister

Briefvorlage Justizminister
Petitionsliste-Justizminister

Übersetzung der Petitionsliste

Übersetzung Petitionsliste

 

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Amnesty International
Koordinationsgruppe Sudan/Südsudan