Aktion: Sexuelle Gewalt im Südsudan

„Bleibt nicht stumm“
Überlebende sexueller Gewalt im Südsudan verlangen Gerechtigkeit und Entschädigung

Seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts im Südsudan 2013 wurden Tausende von Frauen Opfer sexueller Gewalt. Diese wird von Regierungs- und Oppositionstruppen gleichermaßen verübt. Das Ausmaß der Brutalität ist schockierend und wird körperliche, psychische und soziale Auswirkungen über Jahrzehnte hinaus haben. Einer UNFPA -Untersuchung zufolge waren 2015 bereits 72 % der dort lebenden Frauen vergewaltigt worden. Im Amnesty-Report 2017 beschreiben Überlebende eindringlich, wie sie brutalste sexuelle Gewalt erlebten. Diese findet statt, sobald sich Zivilisten und Militär nahekommen, bei Angriffen auf Dörfer, entlang von Straßen, nach Entführungen oder in Haft, sie verschont weder ältere Frauen, noch junge Mädchen und Schwangere.  

Behörden im Südsudan versagen immer wieder bei der Untersuchung sexueller Gewalt wie auch dabei, die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Gründe sind fehlende Ressourcen bei der Strafjustiz und das Fehlen eines klaren politischen Bekenntnisses zur Verfolgung sexueller Gewalt. 

Überlebende dieser Gewalt benötigen dringend Hilfe zum Wiedererlangen körperlicher und seelischer Gesundheit. Die Opfer leben in Angst, sich mit übertragbaren Krankheiten wie HIV/AIDS angesteckt zu haben. Sie stoßen auf große Schwierigkeiten, medizinische Versorgung zu erhalten. In ländlichen Regionen ist die nächste Einrichtung oft weit entfernt, der Weg dorthin sehr unsicher. 

Zudem hindert das Stigma, Opfer sexueller Gewalt zu sein Betroffene, medizinische Hilfe zu suchen. Einrichtungen für psychische Probleme gibt es praktisch keine. Zurückweisung durch die Familie belastet die Opfer zusätzlich. Oft verlassen Ehemänner ihre vergewaltigten Frauen. Der Südsudan muss das Thema „Stigmatisierung“ öffentlich ansprechen, durch Aufklärungskampagnen, Kriminalisieren aller Formen sexueller Gewalt und ein Bekenntnis zu Gerechtigkeit und Entschädigung.

Zuallererst aber müssen die Misshandlungen enden. Regierung und Oppositionsgruppen müssen durch klare Order sexuelle Gewalt verbieten und sicherstellen, dass ihre Mitglieder sich danach richten. Die Truppen sind entsprechend zu schulen und zu überwachen, die Verantwortlichen von Misshandlungen zur Verantwortung zu ziehen. 

Hintergrundinformationen

Im Südsudan sind seit Ausbruch des internen bewaffneten Konflikts in 2013 Tausende von Frauen, Männern und Kindern Opfer brutaler sexueller Gewalt geworden (wie Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, sexuelle Versklavung) – und dies sowohl seitens staatlicher Sicherheitskräfte als auch bewaffneter oppositioneller Gruppen. In einem Amnesty-Bericht aus 2017 berichten Überlebende über verstörende Erfahrungen. Sie fordern, die Täter zur Verantwortung zu ziehen, sie fordern Wiedergutmachung sowie Maßnahmen gegen die sozialen Bruchstellen, die sexuelle Gewalt einerseits verursachen andrerseits aus ihr resultieren.

 


Nehmen Sie jetzt an unsere 
gemeinsame 
Aktion mit der Themengruppe Frauenrechte teil.  
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Petitionslisten erstellt.

Die Aktion läuft bis zum 31.12.2017!

 

 

Petitionsliste an den Präsidenten

Petitionsliste an den Präsidenten

Übersetzung der Petitionsliste

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Hintergrundinformationen

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Amnesty International
Koordinationsgruppe Sudan/Südsudan

November 2017