[Beendet] Angriffe auf Studierende aus Darfur stoppen!

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Danke an allen, die sich daran beteiligt haben!

18. Januar 2017 – Von Sicherheitsbeamten mit Eisenstange und Gewehrkolben zu Tode geprügelt oder gefoltert und vergewaltigt: Politisch motivierte, gewaltsame und auch tödliche Angriffe auf Studierende aus Darfur reißen nicht ab. Ein Amnesty-Bericht fordert die sudanesische Regierung zum Handeln auf.

Im Sudan reißt die Welle von Angriffen auf Studierende aus Darfur nicht ab. Verantwortlich für die Menschenrechtsverletzungen gegenüber Studierenden sind vornehmlich Angehörige des sudanesischen Geheimdienstes (NISS) sowie studentische Unterstützerinnen und Unterstützer der Regierungspartei „Nationale Kongresspartei“ (NCP).

Immer wieder enden die Übergriffe tödlich, wie im Fall von Salah al-Din Qamar Ibrahim: Am 31. Januar 2016 griff der NISS gemeinsam mit studentischen Unterstützerinnen und Unterstützern der Regierungspartei ein friedliches Seminar an der Universität von Al-Dschunaina an. Das Seminar hatten Studierende mit Verbindungen zur bewaffneten Oppositionsgruppe „Sudan Liberation Movement/Abdul Wahid Al Nur“ organisiert.

Studierende aus Darfur demonstrieren in Khartum gegen rechtswidrige Tötungen: © Darfur Students‘ Association

Einer der angegriffenen Studierenden war Salah al-Din Qamar Ibrahim. Er starb einem Augenzeugen zufolge, weil ein Sicherheitsbeamter ihm Kopfverletzungen mit einer Eisenstange und einem Gewehrkolben zufügte. Er hatte im vierten Jahr Wirtschaftswissenschaften studiert. Einige weitere Studierende wurden schwer verletzt.

Bei ihrer ersten Festnahme und Vernehmung im März 2014 beleidigten die Sicherheitskärfte sie, folterten sie mit Elektroschocks und schlugen sie mit Schlagstöcken, Gewehrkolben, Rohren und Stöcken. Als sie im Oktober 2014 zum zweiten Mal ins Visier der Behörden geriet, wurde sie unter Drogen gesetzt und im Büro des Geheimdienstes in Khartum von vier Beamten vergewaltigt.

Vertreterinnen und Vertreter von Amnesty International sprachen zwischen Oktober 2015 und Oktober 2016 für den Bericht mit 84 Personen, darunter 52 Studierende an 14 Universitäten im ganzen Land und 32 Anwältinnen und Anwälte, Aktivistinnen und Aktivisten, Journalistinnen und Journalisten und Akademikerinnen und Akademiker. Die meisten der Studierenden befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Exil, nachdem sie im Sudan von ihrem Studium ausgeschlossen oder anderweitig verfolgt worden waren.

Manche von ihnen sagten gegenüber Amnesty International, dass ihre Angreiferinnen und Angreifer ihnen vorgeworfen hätten, bewaffnete Gruppen zu unterstützen, welche die Regierung stürzen wollen – eine Anschuldigung, die sie von sich weisen. Andere gaben an, ins Visier geraten zu sein, weil sie gefordert hatten, dass eine Maßnahme für das Erlassen von Studiengebühren für darfurische Studierende vollständig umgesetzt wird. Die sudanesische Regierung hatte dieser Maßnahme in Friedensgesprächen mit bewaffneten Gruppen aus Darfur 2006 und 2011 zugestimmt.

Es darf nicht sein, dass die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit von Studierenden aus Darfur auf diese Weise unterdrückt werden, und ihre Universitätsbildung derart unterbrochen wird. Die Regierung muss diese Vorfälle eingehend untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Darüber hinaus muss die Regierung Maßnahmen ergreifen, um die ausufernden Befugnisse des Geheimdienstes zur Festnahme und Inhaftierung von Personen zu beschneiden. Es muss außerdem ein wirksamer Kontrollmechanismus eingeführt werden, um diesen abscheulichen Praktiken der Sicherheitskräfte einen Riegel vorzuschieben.

Mehr Informationen können Sie dem vollständigen Amnesty Report entnehmen:  Download Report: „Uninvestigated, Unpunished – Human Rights Violations against Darfuri Students in Sudan“


WAR-VISUALFordern Sie jetzt zum umgehenden Handeln auf und nehmen Sie an unserer Aktion teil, wir haben dafür Musterbriefe formuliert und Petitionslisten erstellt

Die Aktion läuft bis zum 30.06.2017

 

Forderungen an die Vereinten Nationen

 

Forderungen an die Regierung des Sudan

 

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Amnesty International

Koordinationsgruppe Sudan/Südsudan