Friedensabkommen in weiter Ferne

Gespräche für ein Friedensabkommen erneut gescheitert

In den umkämpften Provinzen Südkordofan und Blauer Nil erhalten internationale Hilfsorganisationen weiterhin keinen Zugang zu zehntausenden Notleidenden. Auch gibt es zwischen Sudan und Südsudan neue Spannungen. In der von beiden Nachbarländern beanspruchten Grenzregion Abyei Seit der Abspaltung von Südsudan im Juli 2011 konnte keine Einigung darüber erzielt werden, zu welchem der beiden Staaten die Region gehören soll. Nicht einmal darauf, wer berechtigt ist, über diese Frage abzustimmen, konnten sich die Regierungen in Khartum und Juba verständigen.

Bisher war ein Referendum vor allem an der Frage gescheitert, wer zur Teilnahme berechtigt sei. Neben der in der Region großen Bevölkerungsgruppe der Ngok Dinka, deren Loyalität Richtung Südsudan geht, wohnen hier zumindestzeitweise Angehörige der Misseriya. Diese nomadisch lebende Gruppe hat in der Vergangenheit häufig an der Seite Khartums in Konflikte eingegriffen. Während Khartum der Ansicht ist, dass die Misseriya über den Status von Abyei mitentscheiden sollen, will die Regierung von Südsudan genau dies verhindern. Ein weiterer Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen bleibt Südkordofan mit den Nuba – Bergen.

Überzeugt von der Zugehörigkeit Südkordofans zum Südsudan schlossen sich dort Ende 2011 mehrere Rebellengruppen zur SFR (Sudan Revolutionary Front) zusammen und liefern sich seitdem erbitterte Kämpfe mit der nordsudanesischen Regierungsarmee um Machthaber Omar al-Bashir. Unzählige Zivilisten flüchteten vor den Bodenkämpfen und den flächendeckenden Bombardements in die Höhlen der Nuba-Berge und in Lager im Südsudan.

Während in Yida, dem größten Lager im Südsudan, die Geflüchteten bestrebt sind, ein Minimum an Normalität in ihr Leben zu bringen, bricht Mitte Dezember 2013 ein zweiter Konflikt aus. Diesmal auf dem Staatsgebiet des Südsudan. Ausgehend von der Hauptstadt Juba breitet sich der Konflikt wie ein Flächenbrand rasch über das ganze Land aus und ergreift auch den Bundesstaat Unity. Schon wieder befinden sich die Menschen im hier gelegenen Flüchtlingscamp Yida in Lebensgefahr.

Während der Internationale Strafgerichtshof prüft, inwieweit sich al-Bashar, Kiir und Machar in der langen Serie bisheriger Auseinandersetzungen an Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben, ist für die Zivilisten nicht an Frieden und Sicherheit zu denken. Auch die Lage in den Nuba-Bergen bleibt in höchstem Maße ungewiss.

Verhandlungen haben bisher nicht zu einer friedlichen Lösung der Konflikte in Südkordofan un sdBlue Nile geführt. Die jüngsten Gespräche in Addis Abbaba wurden am 18. Februar abgebrochen. Die Regierungsdelegation betonte, die Verhandlungen müssten sich auf die beiden Regionen beschränken, während die SPLM-N ein umfassendes Abkommen für alle Gebiete verlangt.