Das Dilemma der Grenzgebiete

Das Dilemma der Menschen in den Grenzgebieten zwischen den Staaten Sudan und Südsudan

Seit zwei Jahren hält die Bombardierung des Grenzgebietes zwischen Sudan und Südsudan an. Die Unvorhersehbarkeit der Angriffe aus der Luft macht die Situation für die Menschen in der betroffenen Region Südkordofan besonders unerträglich. Beinahe jede Familie hat sich ein Versteck in der Erde gebaut oder nutzt Felshöhlen oder auch nur Bäume, um den andauernden Angriffen der Antonovs in Südkordofan zu entgehen. Manche Bomben landen auf den Feldern, zerstören die Ernte und Nahrungsmittelspeicher, halten die Menschen von der so dringend notwendigen Feldarbeit ab. Viele werden gezielt über Wohngebieten abgeworfen und töten oder verletzen oft mehrere Mitglieder einer Familie. Das Verstecken vor den Angriffen ist zur zentralen Lebensaufgabe geworden. Oft sind die Unterschlupfe jedoch unsicher und werden zur tödlichen Falle. Viele Menschen flüchten in die Nuba-Berge und in Flüchtlingslager im Südsudan.

Vor massiven Menschenrechtsverletzungen und der humanitären Krise in Südkordofan suchen aktuell ca. 60 000 Menschen Zuflucht im Flüchtlingslager Yida. Im Januar 2013 kamen noch etwa 1000 Neuankömmlinge pro Woche dazu. Gerade sie sagten bei einem Interview einem Mitarbeiter von Amnesty International (Alex Neve), dass das Bombardement aus der Luft durch die Sudanesische Luftwaffe fortgesetzt wird. Aber auch schrecklicher Hunger fordert zusätzliche Opfer.

Unverändert ist die Sorge der UN, dass das Lager Yida zu gefährlich ist, weil es nur 12 km von der Grenze entfernt ist und an einer wichtigen Straße liegt. Versuche, die Flüchtlinge in ein anderes, strategisch nicht so wichtig gelegenes Gebiet umzusiedeln, sind bislang fehlgeschlagen. Um den Druck auf die sudanesische Regierung zu erhöhen sollte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dringend ein bereits existierendes Waffenembargo auf das ganze Land ausdehnen, welches momentan nur für Darfur gilt. Unter dem Punkt Aktionen-> Grenzgebiete finden Sie Einführungstexte zur Problematik und den Aufruf zur Beteiligung an der Aktion von Amnesty International welche sich an die Vereinten Nationen wendet.