Vier Wochen vor den sudanesischen Parlamentswahlen gibt es starke Medienbeschränkungen

Etwa einen Monat vor den geplanten Parlamentswahlen am 2. April 2015 im Sudan haben Einschränkungen der Printmedien im Sudan durch den National Intelligence and Security Services (NISS) stark zugenommen.

Dazu gehören die Beschlagnahme von Tageszeitungen an mehreren auf einander folgenden Tagen, sowie die Einschüchterung und Bedrohung von Journalisten.

Das afrikanische Zentrum für Gerechtigkeit und Frieden Studies (ACJPS) hat die Beschlagnahme von mindestens 33 vollständigen Druckausgaben von 15 Zeitungen seit Anfang 2015 dokumentiert.
Am 16. Februar wurden die Auflagen von 14 Zeitungen ohne irgendwelche formalen Gründen beschlagnahmt. Vier dieser Zeitungen wurden am 18. Februar erneut beschlagnahmt und zwar die Auflagen von Al -Intebaha, Al-Sudani, Al-Mejhar und Al-Tageer ohne Angabe von Gründen.
Gesamte Auflage der Tageszeitung Al Tayar ist diesem Jahr bereits sechsmal beschlagnahmt worden, darunter drei Mal im Januar und drei Mal im Februar (am 11., 16. und 17. 02).
Die Tageszeitung Akhir Lahza wurde dreimal eingezogen, am 28. Januar, 2 Februar und 16. Februar statt. Während Gründe für die Beschlagnahme von den Behörden nicht genannt wurden, sagte eine zuverlässige Quelle, die ACJPS, dass die Beschlagnahme am 2. Februar durch die Meldung erfolgt sei, dass die NCP, unabhängig vom Ausgang der Parlamentswahl b an der Macht leiben würde.
Die jüngsten Beschlagnahmen, Schikanierungen und Einschüchterungen von Journalisten. auch Strafanzeigen durch den NISS, gehen einher mit zunehmenden Einschränkungen der Freiheit der Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit im Sudan und in der Behinderung der Arbeit unabhängiger Organisationen.

Um 11 Uhr am 18. Januar drangen Beamte des Sicherheitsdienstes in Omdurman in das Mahmoud Mohamed Taha Zentrum ein während einer Zeremonie zum Gedenken an das Leben von Mahmoud Mohamed Taha.

Der 18. Januar 2015 war der 30. Jahre Jahrestag der Hinrichtung von Mahmoud Mohamed Taha, dem Gründer der republikanischen Partei im Sudan.

Am 21. Januar 2015 erhielt das Zentrum mit Brief Nr. 1/2015 vom Ministerium für Kultur die Aufhebung seiner Registrierung.

Amnesty International hat in den letzten Monaten über die Inhaftierung von Menschenrechtsaktivisten und Oppositionspolitikern berichtet und Eilaktionen herausgegeben, Dies In0ahftierungen, meist verbunden mit Folterungen,

reihen ein sich in eine Serie von Festnahmen von Personen ein, darunter auch Menschenrechtler_innen, die im Sudan wegen der Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert wurden. Amnesty International hat zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen der NISS Menschen willkürlich festgenommen, inhaftiert, gefoltert oder auf andere Weise misshandelt hat.

Darunter HerrFarouk Abu Issa der Vorsitzende des Oppositionsbündnisses National Consensus Forces (NCF), in dem sich 17 Oppositionsparteien usammengeschlossen haben. Das Bündnis wurde im Juli 2011 gegründet und hat ein Dokument mit dem Titel „Democratic Alternative Program“ verfasst, in dem ein friedlicher demokratischer Wandel für den Sudan gefordert wird. Die Regierungspartei NCP hat im Januar 2014 einen „Nationalen Dialog“ angekündigt. Die NCF weigert sich jedoch daran teilzunehmen, solange die Regierung nicht das entsprechende Umfeld schafft, darunter Meinungs- und Versammlungsfreiheit, und die Kriege im Sudan beendet.

Dr. Amin Maki Madani, ebenfalls in Haft, ist Jurist und blickt auf eine lange Karriere bei regionalen und internationalen Organisationen zurück. Unter anderem hat er in Afghanistan, dem Irak und in Gaza für die Vereinten Nationen gearbeitet.