Konferenz aller am Doha Friedensprozess beteiligten Akteure

Auf einer Konferenz aller Akteure des Doha Friedensprozesses Ende Mai wurde beschlossen, einen darfurischen Vizepräsidenten für Nordsudan einzusetzen. Zwar wird befürchtet, dass sich andere nordsudanesische Regionen benachteiligt fühlen könnten. Doch es wird erhofft, den Friedensprozess in Darfur damit voranzutreiben. Die mehr als 500 Delegierten befürworteten auf der fünftägigen Konferenz auch den Entwurf eines Friedensabkommens, der während der letzten zwei Jahre vorbereitet worden war. Man war sich einig, das er als Basis für die Errichtung von Frieden und Stabilität in Darfur dienen soll. Bereits einen Tag später gaben die sudanesische Regierung und die Rebellengruppe LJM bekannt, innerhalb der nächsten drei Wochen einen gemeinsamen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Der Hauptmediator der sudanesischen Regierung Amin Hassan Omer sprach sich jedoch gegen eine Beteiligung Minni Minnawis SLM im Doha Friedensprozess aus. Die Rebellengruppe JEM hingegen begrüßte die Ergebnisse der Konferenz und sieht darin eine gute Basis für die weitere Entwicklung des Friedensprozesses. Jedoch blieben die ausstehenden Verhandlungen bislang ergebnislos und JEM verübte Anfang Juni einen Anschlag auf einen Flughafen in South Kordofan, um so Ölunternehmen aufzufordern, ihre Handelsbeziehungen mit der sudanesischen Regierung einzustellen. JEM wirft der sudanesischen Regierung vor allem vor, regionalen sowie internationalen Partnern nicht die Ergebnisse der Konferenz, sondern lediglich einen Vertrag zwischen Nordsudan und LJM vorgelegt zu haben, in dem alle anderen am Konflikt beteiligten Parteien nicht berücksichtigt sind.

Amnesty International Koordinationsgruppe Sudan – 24.06.2011